Wer schreibt hier?

Passend zur Location

Passend zur Location

Dieses Bild passt teilweise zu den Themen, mit denen ich mich in den letzten Wochen und Monaten wieder verstärkt beschäftige – vor allem finde ich den Titel des Buches von Adolf Loos – Architekt, Künstlernatur, Designer – witzig.

(Das bedeutet aber nicht, dass mir nicht bewusst ist, dass Adolf Loos mittlerweile auch einen zweifelhaften Ruf hat, siehe http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=35405)

Kunst und Musik begleiten mich schon ein ganzes Leben. Am Beginn stand die musikalische Früherziehung. Genaugenommen kenne ich Musik schon länger, durch meine älteren Geschwister.

Über die Jahre lernte ich Block- und Altflöte, Geige, Posaune, brachte mir selbst ein wenig Klavier (-klimpern) bei, ich sang in einem Schulchor, ich spielte Posaune in einer Blasmusikkapelle – dem Musikverein Großpetersdorf.

Im Gymnasium habe ich 2 Semester lang an einer unverbindlichen Übung Theaterschauspiel teilgenommen. Im Zuge dessen hatte ich sogar eine Rolle bei einer Aufführung, die zwei meiner Deutschlehrer organisiert haben. Nie im Leben wäre ich damals auf die Idee gekommen, später doch wieder auf die Schauspielerei zurückzukommen, weil ich vor lauter Nervosität beinahe mit einem Herzinfarkt von der Bühne gefallen wäre (und ich hatte nur eine winzig kleine Rolle in dem von den Lehrern selbst verfassten Stück)!

Ich habe immer schon sehr gerne und viel gelesen. Relativ früh begann ich auch damit, kleine Geschichten zu schreiben (diese taugten aber eher nicht für eine große Karriere).

Nun, Karriere gemacht habe ich also nicht unbedingt, schon gar nicht mit Kunst; ich habe Maschinenbau studiert und lange Jahre in der Verkehrstechnikbranche gearbeitet.

Moderne Kunst, Design und Musik haben mich dennoch immer begleitet.

In den letzten Jahren ist in mir das Gefühl entstanden, dass ich vielleicht doch noch etwas anderes tun möchte. Da habe ich meine versteckten Leidenschaften wieder ausgegraben. Ich begann, im Simmeringer Haidechor zu singen, belegte Schauspielkurse in der OAA – Open Acting Academy in der Margaretenstraße in Wien, schrieb ein paar Gedichte, habe sogar ein Lied für den Popsongwriting-Workshop der Universität für Musik und darstellende Kunst eingereicht („Gsangl“, wie der liebe Alex Steiner, der Mann einer Chorkollegin und Helfer beim Vertonen es nennt), spann Ideen zu verschiedenen Büchern, begann auch wieder zu malen.

Parallel zu dieser Entwicklung ist mein Interesse an Wein wieder erwacht. Ich habe schon immer gerne Wein getrunken, aber es gibt hier noch so viel mehr zu entdecken und zu lernen.

Zusammen mit einer lieben Freundin habe ich die tollsten Ideen gesponnen, wie man Wein, Design und Kunst in einem netten Laden vereinen könnte. Leider blieb es beim Spinnen, da meine Freundin an einer Gabelung einen anderen Weg eingeschlagen hat.

Im Juli 2014 beim IdeaCamp in Berlin, einem Lean-StartUp-Workshop hat mir Katja Andes dann zu der Idee verholfen, mit geringem Kapitaleinsatz zu testen, ob das Konzept Vinothek kombiniert mit einer Eventlocation für Bilderausstellungen, Lesungen oder ähnliches, für die Menschen da draußen interessant sein könnte.

Um jetzt nicht gleich auf Monate ein Lokal mieten zu müssen, habe ich im Sinne der Lean-StartUp-Methode im März 2015 das Galerie-Café Kandinsky (mittlerweile leider Geschichte) für einen Abend gemietet und eine Vernissage kombiniert mit Weinverkauf organisiert. War ein Mega-Spaß!

Über die Suche nach Weiterbildung in Sachen Wein habe ich im Mai 2015 die Webseite der Weinakademie Österreich gefunden. Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Juli habe ich das eintägige Basisseminar in Göttlesbrunn im Vinarium Bittermann besucht. Ende August war das viertätige Aufbauseminar 1 – Weinland Österreich direkt in der Weinakademie in Rust dran, weil ich gerade so in Lernstimmung für österreichische Weine war. Und im Herbst habe ich das Aufbauseminar 2 – Weine und Spirituosen International als Abendveranstaltung einmal pro Woche im Palais Coburg in Wien besucht (die Weinauswahl wurde sogar 2014 zur besten der Welt gekürt 🙂 ).

In der letzten Zeit habe ich mich wieder verstärkt dem Thema Moderne Kunst gewidmet. Ich gehe für mein Leben gern in Museen. Was ich immer wieder spannend und bereichernd finde, sind inspirierende Kuratorenführungen. Wenn diese gut gemacht sind, wecken sie in mir den Wunsch, mich näher mit den jeweiligen Künstlerinnen oder Künstlern zu beschäftigen.

Genau so, wie ich mir niemals hätte vorstellen können, nach dem Erlebnis mit dem Schultheaterstück jemals wieder auf einer Bühne zu stehen, habe ich mir auch nicht vorstellen können, meine Mal- und Zeichenkenntnisse wieder zu reaktivieren.

Mittlerweile existiert auf youtube sogar ein Film (Inquisitor, Hexe und Huhn) nach einem gleichnamigen Theaterstück, das ich gemeinsam mit einigen KollegInnen der OAA im Zuge des Kurses Produktion entwickelt und aufgeführt habe.

Eines der prägendsten Erlebnisse im Zeichenunterreicht in der Schule war mein Versuch, eine Nase zu zeichnen. Da ich es einfach nicht schaffte, eine brauchbare und erkennbare Nase aufs Papier zu bringen, war ich schnell der Meinung, nie im Leben gescheit malen zu lernen. „Zeichenunfälle“ ähnlicher Art haben mich in dieser Meinung bestärkt. Ob ich vielleicht nur ein wenig hätte üben müssen?

Inspiriert vom Weg des Künstlers von Julia Cameron habe ich gemäß einer Wochenaufgabe aus dem Buch Papier und Farb- sowie Bleistifte in die Hand genommen und vor mich hingekritzelt. Dabei habe ich gemerkt, wie entspannend so eine Session sein kann, egal was auch immer dabei rauskommt.

Im Zuge der Besuche Ende Juni 2016, in denen das Essl-Museum in Klosterneuburg noch geöffnet war, habe ich mich spontan dazu entschlossen, bei der vorletzten Sommer-Malakademie der Kunstvermittlung teilzunehmen (Mitte August 2016 bietet sich die letzte Möglichkeit, das Museum noch ein allerletztes Mal während der Malakademie zu sehen). Im Kreise Gleichgesinnter konnte ich meine kreative Ader ausleben. Ich kann nur sagen, dass es sich für mich voll gelohnt hat, auch wenn keine Meisterwerke dabei rausgekommen sind.

Und last, but not least habe ich zum Geburtstag eine Zugposaune geschenkt bekommen, das heißt also, dass ich auch die wieder zu üben beginnen werde!

Der Weg ist noch nicht zu Ende! Falls du meinen künstlerischen Weg weiterverfolgen willst, schau von Zeit zu Zeit auf meinem Blog vorbei!

Alles Liebe!

Bettina